Wirtshaus Mathe
Ein gutes Restaurant lebt nicht nur von seiner Küche. Es lebt von seiner Atmosphäre. Von dem Gefühl, willkommen zu sein. Von Räumen, in denen Menschen gerne verweilen, Gespräche führen und Erinnerungen schaffen. Mit der Neugestaltung des Wirtshauses Mathe in Etzen entstand ein Interior-Konzept, das genau dieses Gefühl in den Mittelpunkt stellt.
Ziel war es, die Geschichte des traditionsreichen Hauses nicht zu ersetzen, sondern sie behutsam weiterzuerzählen. Moderne Innenarchitektur sollte dabei nicht im Kontrast zur bestehenden Architektur stehen, sondern ihre Identität unterstreichen und zeitgemäß interpretieren.
Die Inspiration für das Farb- und Materialkonzept lieferte das Waldviertel selbst. Moosgrün, Mohnrot, Nebelgrau und Waldbraun greifen die umliegenden Wälder, Wiesen und die oft nebelverhangene Landschaft auf und schaffen eine harmonische Verbindung zwischen Innenraum und Umgebung.
Auch die Materialauswahl folgt dieser Idee. Holz bringt Wärme und Natürlichkeit in den Raum, Terrazzo sorgt für Ruhe und Beständigkeit, Limewash verleiht den Wänden Tiefe und strukturierte Fliesen setzen gezielte Akzente. Ergänzt wird das Konzept durch Stoffe, Glaselemente und gefräste Holzoberflächen, die dem Restaurant Charakter verleihen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Bei der Innenarchitektur für Gastronomiebetriebe geht es jedoch um weit mehr als Farben und Materialien. Ein Restaurant muss funktional sein, Orientierung schaffen und gleichzeitig unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten bieten. Deshalb wurde die Raumplanung neu gedacht: Offene Bereiche wechseln sich mit geschützteren Sitzplätzen ab, die Bar bildet einen zentralen Treffpunkt und moderne Industrieglastüren sowie klare Sichtachsen verbinden die einzelnen Bereiche auf natürliche Weise.
Eine ebenso wichtige Rolle spielt das Licht. Pendelleuchten über den Tischen schaffen eine intime Atmosphäre, während zurückhaltende Deckenbeleuchtung den Raum sanft strukturiert. Auch im Eingangsbereich und im Gastgarten wurde die Beleuchtung bewusst eingesetzt, um Architektur und Materialien wirkungsvoll in Szene zu setzen.
Besonders wichtig war uns, die Geschichte des Hauses sichtbar zu machen. Historische Schwarzweißfotografien des ehemaligen Gasthauses erinnern an seine Vergangenheit und schaffen eine Verbindung zwischen Tradition und Gegenwart. Kleine gestalterische Details erzählen diese Geschichte weiter und laden Gäste dazu ein, den Raum immer wieder neu zu entdecken.
Das Wirtshaus Mathe zeigt, dass gutes Interior Design nicht laut sein muss. Wenn Architektur, Materialien, Licht und Raumplanung harmonisch zusammenspielen, entsteht mehr als ein schön gestalteter Raum – es entsteht ein Ort, an den Menschen gerne zurückkehren.
Interior & Dekoration
Fermliving: Stühle
AudoCPH: Stühle Restaurant & Bar
Stringfurniture: Regale Gang
HKliving: Bild Garderobe
Muubs: Schwarze Amphoren
Palais: Gestreifte Polster
Pierre Frey: Rote Polster
Nestdertiger: Sissi & Franzl Polster
Die Liebelei: Teller mit Fischen
Licht
XAL: Spots und Schienen
Wastberg+: Rote Hängelampen
Mater Design: Kaffeesudlampen
Partnerfirmen
Daniel Domaika: Bild Eingangsbereich
Tischler: Schulmeister
Porcelanosa: Fließen Bar/Schank
Leitner Leinen: Tischtücher & Servietten
Kunde: Wirtshaus Mathe
Innenarchitektur: Moyzisch.
Fotografie: Pamela Schmatz | TSCS
Creative Direction: Kathi Kurzbauer | TSCS
Assistant: Justin Ortega